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So werden aus guten Spielern Champions: Psychologen im Esport

Exzellenz auf höchstem Niveau im Sport ist nicht nur eine Frage des Körpers, sondern auch eine Frage des Geistes. Schon seit Jahrzehnten arbeiten Psychologen mit Sportlern zusammen, um ihnen bei intensiven Wettkämpfen einen mentalen Vorsprung zu verschaffen. Auch im Esport gewinnt das psychologische Coaching immer mehr an Bedeutung. In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf, wie viel Einfluss das Training der Psyche auf die Top-Levels beim Gaming hat.

Stellen Sie sich vor, Sie sind in einer Arena und spielen ein anspruchsvolles Computerspiel – umgeben von tausenden von Zuschauern. Und nun versuchen Sie sich vorzustellen, wie groß der Druck auf Ihren Schultern ist, wenn über 15 Millionen Dollar auf dem Spiel stehen. Das ist kein rein hypothetisches Szenario, es ist wirklich passiert.

Im August 2019 nahm das Dota 2-Team OG zum zweiten Mal in Folge an den Endspielen von The International teil. Das war das größte Esports-Turnier der Welt, mit einem unglaublich hohen Preispool von insgesamt 34 Millionen Dollar. Bei einem 0:1-Rückstand gegen das gegnerische Team Liquid feierten Kapitän Johan „N0tail“ Sundstein und seine Teamkollegen ein Comeback und beendeten die Best-of-five-Serie mit 3:1 – und alles sah ganz leicht aus.

Kein anderes Team hat The International bisher zweimal gewonnen, und schon gar nicht in Folge. Der entscheidende Vorteil, den OG hatte, könnte Mia Stellberg gewesen sein. Die finnische Sportpsychologin ist in der Fachwelt ein bekannter Name. Sie wird oft als Grund für die unglaubliche mentale Gelassenheit von OG in Situationen genannt, die enormen Druck für die Sportler bedeuten. Sie spielte nicht nur beim Aufbau des erfolgreichsten Dota-Kaders aller Zeiten ein wichtige Rolle. Als Stellberg im Jahr 2016 in die Welt des Esports eintrat, half sie mit, das bisher erfolgreichste Team in der Geschichte von Counter-Strike: Global Offensive zu formen: Astralis.

Profis über ihre Grenzen bringen

In ihrem Job als Psychologin für Esport-Teams ist Stellberg an vielen Fronten tätig. Vom Teamtraining bis hin zu Einzelsitzungen deckt sie alle Bereiche eines Kaders ab, die auf die psychische Gesundheit der Gamer einwirken. Sie assistiert auch dem Trainer und berät ihn, um das Beste aus jedem Spieler herauszuholen.

In einem Interview mit Red Bull sagt sie: „Um die schnellstmögliche Version von sich selbst zu sein, muss man ruhig und gefasst sein. Denn Nervosität oder Stress wirken sich auf die Hand-Augen-Koordination und die Reaktionszeit aus.“ Sie fügte hinzu: „Auch das Selbstwertgefühl hat großen Einfluss darauf, welche Leistung man erbringen kann. Denn wenn das Selbstwertgefühl nicht auf dem richtigen Level ist, wird man viel leichter gestresst.“

Daher versucht sie, ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Spieler neben ihrem Beruf austoben, Spaß haben und ein gesundes Sozialleben führen können: „Ich habe das Gefühl, dass man, egal welchen Beruf man ausübt, ein Recht auf ein Leben hat. Und man hat auch ein Recht auf ein Sozialleben und natürlich auch auf Dates.“

Die Macht der Psychologie ist kein Geheimnis

Der Erfolg von OG und Astralis spricht Bände über die Kraft der Psychologie. Die meisten hochrangigen Organisationen kümmern sich recht gut um ihre Spieler, auch wenn nicht alle von ihnen Psychologen beschäftigen. In einigen Teams, wie z.B. G2 Esports, nehmen die Trainer diese Aufgabe in ihre Dienstpläne auf.

CS:GO-Coach Damien „maLeK Marcel von G2 sagte uns in einem Interview: „Counter-Strike ist ein Spiel, bei dem das Selbstvertrauen einen enormen Einfluss auf die Leistung hat. Einen Schritt voraus zu denken und proaktiv zu sein, ist sehr wichtig, um auf dem Spielfeld wirklich erfolgreich zu sein.“ Seine Philosophie ist der von Stellberg sehr ähnlich. Beide teilen die Meinung, dass die Kontrolle der Emotionen der Schlüssel zu Höchstleistungen ist, weil dadurch die Entscheidungsfindung rationaler wird.

Über Angst und Selbstvertrauen

Angst kann die Leistung beim Spielen negativ beeinflussen. Von StarCraft II-Spielern wird zum Beispiel oft berichtet, dass der Druck, den einige Gamer auf sich selbst ausüben, sie eventuell daran hindert, ihr Bestes zu geben. Hohe Erwartungen an sich selbst können extremer sein als bei Mannschaftsspielen, wo sich die Belastung auf mehrere Spieler verteilt. Bei letzteren kann jedoch ein anderes Problem auftreten. Wenn einer der Spieler einen mentalen Zusammenbruch hat, kann seine negative Einstellung die Leistung des gesamten Teams beeinträchtigen. Teams wie OG und Astralis „ersticken“ fast nie, d.h. sie schneiden nicht aufgrund einer ungünstigen psychischen Verfassung schlechter ab. Stattdessen ist es ihre mentale Stärke, die sie von den meisten anderen Teams abhebt und den Unterschied ausmacht, ob man einfach nur gut oder der Beste ist.

Quellen:

https://www.redbull.com/int-en/mia-stellberg-sports-psychology-interview-esports-prism

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