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    4. Januar 2021

    Was uns begeistert: Rennsimulationen!

    Es gibt wohl keinen Esport, der näher an der Realität ist: Rennsimulationen haben im Jahr 2020 einen enormen Boom erlebt. AOC wirft einen Blick auf eine der leidenschaftlichsten Gaming-Communities und spricht mit Nils Naujoks, dem Experten für Rennsimulationen von G2 Esports.


    Es ist ein sonniger Tag am Mount Panorama und keine Wolke ist zu sehen, als Nils Naujoks die letzte Kurve nimmt und in seinem Lamborghini einem weiteren Sieg für sein Team G2 Esports entgegenrast. Mit dem Sieg im zweiten Rennen an diesem Tag ist Nils unangefochtener Champion von The Real Race, einem vom Autohersteller Lamborghini veranstalteten Wettbewerb.

    Aber was hat das mit Gaming zu tun? Nun, der Deutsche fährt nicht in einem normalen Rennwagen, sondern in einer perfekten virtuellen Nachbildung auf der Rennsimulation Assetto Corsa Competizione. Nils Naujoks ist als Nutzer von Rennsimulationen, kurz „Sim-Racer“, eine ganz besondere Art von Gamer, der nach dem realistischsten Rennerlebnis in der virtuellen Welt sucht – inklusive extrem realistischer Spieleinstellungen, die das Gefühl des echten Rennsports nahezu perfekt emulieren. Der fünffache ESL Pro League-Champion feierte 2018 ein eher zufälliges Comeback im Bereich der Rennsimulationen und wurde kurz darauf von der weltbekannten Organisation G2 Esports unter Vertrag genommen. Jetzt managt er andere Sim-Racer und tritt gelegentlich auch selbst an.

    Die Zeit der Rennsimulationen ist gekommen

    Da im Jahr 2020 fast alle Rennserien zum Erliegen kamen, haben stattdessen oft Rennsimulationen in diesen schwierigen Zeiten für Rennaction gesorgt. Statt echter Formel-1-Events sahen wir Sim-Racer und Influencer sowie echte F1-Fahrer in virtuellen Grands Prix gegeneinander antreten. War das die perfekte Gelegenheit, mit diesem Nischen-Esport ein größeres Publikum zu erreichen?

    Auf den ersten Blick könnte man das meinen, da virtuelle und reale Rennfahrer in dieser Zeit Verbindungen herstellten, die die Kluft zwischen den beiden Welten überbrückten. „Wir haben einigen echten Rennfahrern beigebracht, wie man mit diesen Spielen umgeht, damit sie nicht bei Null anfangen mussten“, erinnert sich Nils. Auch wenn sich viele nicht weiter mit Rennsimulationen beschäftigt haben, als der echte Rennsport auf die Rennstrecken dieser Welt zurückkehrte, gibt es einige, die geblieben sind. Vor allem einige Rennfahrer im Ruhestand haben ein echtes Interesse am Esports-Rennsport entwickelt, wie z. B. Formel 1-Legende Jenson Button.

    Rennsimulationen erfordern Leidenschaft für den Wettbewerb

    Die meisten Spiele erschaffen fantastische neue Welten, die die Spieler dazu einladen, ihre Probleme hinter sich zu lassen und für einige Zeit in eine besondere Erfahrung einzutauchen. Rennsimulationen wie iRacing, Assetto Corsa Competizione und rFactor 2 versuchen jedoch, die Realität so perfekt wie möglich zu emulieren. Worin liegt der Reiz solcher Spiele?

    „Sie sind deutlich anspruchsvoller als andere Spiele. Man muss wirklich seinen Körper einsetzen“, erklärt Nils. Arme, Beine, Augen – alles muss gleichzeitig koordiniert werden. Darüber hinaus sind Rennen unbarmherzig, wenn man nicht aufpasst. „In vielen Spielen kann man manchmal für vielleicht 30 Sekunden eine Pause machen. In einer Rennsimulation geht das nicht. Man muss jederzeit geistig präsent sein. Jeder Fehler wird bestraft.“

    Dieses Wettbewerbsgefühl bei Rennsimulationen motiviert die Spieler, sich für den Esport zu begeistern. Im Gegensatz zu den großen Akteuren der Branche wie Counter-Strike, League of Legends und Dota 2 stehen hinter den Events der Rennsimulationen jedoch nur selten milliardenschwere Unternehmen – und zwar auch aufgrund der fragmentierten Struktur der Szene. Es gibt daher nur wenige Turniere, die anständige Preisgelder vergeben. Für seinen Sieg bei The Real Race gewann Nils eine Reise zum Lamborghini-Hauptsitz in Italien. Daher ist es nicht überraschend, dass für die meisten Teilnehmer die Leidenschaft für den Rennsport der einzige Antriebsfaktor ist.

    Das soll aber nicht heißen, dass sich die Szene nicht über Geldpreise freuen würde. „In erster Linie mache ich das aus Leidenschaft, aber irgendwann sollte sich die Zeitinvestition auch mal auszahlen“, sagt der G2-Rennfahrer.

    Der perfekte Monitor für die perfekte Rundenzeit

    Jeder Sim-Racer, der sein Hobby ernst nimmt, besitzt als Kontrollmedium ein Sim-Rig. Während sich traditionelle Gamer mit Maus und Tastatur begnügen, spielen Sim-Racer an ausgeklügelten, komplexen Maschinen, die oft echten Fahrzeugcockpits nachempfunden sind, inklusive Lenkrad und Pedalen.

    Auch wenn Kontrollmedien eine Besonderheit der Rennsimulationen sind, so ist doch der Monitor eines der wichtigsten Merkmale der Gaming-Umgebung. Rennsimulationen unterscheiden sich nicht zuletzt in Bezug auf die Grafik von anderen Spielen. Um eine perfekte Illusion des Sitzens in einem Auto zu gewährleisten, wird ein größeres Sichtfeld benötigt. Viele Sim-Racer verwenden dazu entweder ein Setup mit drei Monitoren oder sie entscheiden sich für ein großes, gebogenes Modell.


    „Drei Monitore sind natürlich ziemlich teuer, und in Bezug auf die Hardware ist so eine Lösung aufwändiger“, fasst Nils zusammen. Daher empfiehlt der Profi gebogene Ultra-HD-Monitore wie den AG352UCG6 mit hoher Bildwiederholrate und extrem niedriger Reaktionszeit. Dadurch wird dem Spieler bewusster, was links und rechts von ihm passiert. Außerdem gilt: „Je mehr Pixel auf jeder Seite an einem vorbeiziehen, desto besser kann man unterschiedliche Geschwindigkeiten wahrnehmen“, betont er.

    Der Esport der Zukunft?

    Rennsimulationen sind generell ein äußerst interessantes Genre. Kein anderer Esport bietet so viel Crossover-Potenzial mit realen Sportarten. Obwohl das Spielen von Rennsimulationen immer noch ziemlich teuer sein kann, hat diese Sparte in letzter Zeit viel Wachstum erlebt, auch dank leidenschaftlicher Spieler wie Nils, die sich seit mehr als einem Jahrzehnt damit beschäftigen.

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