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Wenn für MMOs die Stunde schlägt – Online-Welten, die zu früh von uns gegangen sind

Als Online-Gamer gehört man zu einer spannenden virtuellen Welt, in der Menschen miteinander interagieren und kommunizieren und dabei so aussehen und klingen können, wie auch immer sie gerne wollen. Aber was geschieht, wenn das Ende dieser Welten gekommen ist? Warum passiert so etwas und was macht das mit den Menschen, die zurückbleiben? Wir beleuchten hier einige Gräber von Online-Games, die von der Gesellschaft - fast - vergessen wurden.

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Ein Verlust wirkt sich auf jeden von uns auf unterschiedliche Weise aus. Er manifestiert sich für jeden Menschen in verschiedenen Schweregraden – mit der einzigen Konstante, dass wir alle irgendwann seinen grausamen Stachel spüren werden. Für viele ist der Verlust eines Freundes oder Familienmitglieds vermutlich das schmerzhafteste Beispiel dafür. Für andere hingegen geht es nicht darum, eine besonders wichtige Person zu verlieren, sondern es ist der Verlust von Millionen davon. Massively Multiplayer Online Games (MMOs) dienen vielen als blühende, lebendige Communities, die Neuankömmlinge meist mit offenen Armen begrüßt.

Aber MMOs sind keine gewöhnlichen Spiele. Sie sind deshalb besonders, weil Sie darin gleichzeitig mit Menschen auf der ganzen Welt verbunden sind, mit denen Sie kommunizieren, zusammenarbeiten und Verbindungen herstellen. Dieses wachsende digitale Ökosystem erfordert natürlich eine ständige Wartung und Iteration. Server müssen bezahlt werden, um das Spiel am Laufen zu halten, und Entwickler müssen bezahlt werden, damit das Spiel fehlerfrei bleibt und Updates erhält. Und nicht zuletzt müssen sich die Mitglieder der Community regelmäßig einloggen, um sicherzustellen, dass sich der ganze Aufwand lohnt.

Aber was passiert, wenn diese Grundvoraussetzungen nicht mehr erfüllt werden? Es ist das Gleiche wie bei einem menschlichen Körper, wenn seine grundlegenden Anforderungen an Nahrung, Wasser und Unterkunft nicht erfüllt werden: Das System wird heruntergefahren.

Wenn ein MMO-System heruntergefahren wird, sorgt das für Emotionen bei der engagierten Fangemeinde. Also bei denjenigen, die sich auch dann noch an das Spiel halten, wenn es keine Updates mehr erhält, immer mehr Fehler entwickelt und sich kaum noch genug Spieler einloggen, um die Dinge interessant zu halten. Das ist etwas, das dem Verlust und Leiden ähnelt, das wir auch verspüren, wenn wir etwas für uns Wichtiges verlieren. Diese Leute sind unglückliche Seelen, für die die MMO-Stunde geschlagen hat.

Der Untergang des Hauses Asheron

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Ursprünglich ein Microsoft-Titel, war Asheron‘s Call ein beliebtes MMORPG, das 1999 für Windows-PCs veröffentlicht wurde. Neben EverQuest und Ultima Online galt es als einer der „alten Garde“ von MMOs, die das Genre begründet haben. Sie waren es, die das Konzept einer immer online verfügbaren Multiplayer-Plattform eingeführt haben, auf der die Menschen gemeinsam Fantasy-Quests erleben konnten. Nach ersten Erfolgen in den ersten Jahren konnte Asheron´s Call nicht mehr mit den neueren, attraktiveren MMOs auf dem Markt mithalten, die den Erfolg der frühen Pioniere dieses Genres ausnutzten. Angesichts einer schwindenden Fangemeinde und fehlender Updates war es für Asheron´s Call nur eine Frage der Zeit. Für viele war das Ende des Spiels viel mehr als nur der Verlust von Spielspaß, Beute und Fantasiewelten. Es war der Verlust all der Beziehungen und Verbindungen, die sie auf ihrem Weg geknüpft hatten. In dem folgenden Video spricht der Streamer Loud_Lou darüber, was das Spiel für ihn und viele andere bedeutet hat, von denen viele gegen ihre Tränen ankämpfen mussten. Glücklicherweise muss man sich um Loud_Lou Mach aber keine großen Sorgen machen, er ist immer noch auf Twitch aktiv und streamt dort vor sich hin.

Die emotionalen letzten Momente von Asheron´s Call können Sie noch einmal hier verfolgen.

Club Pinguin schließt seine Türen

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Club Penguin war ein ursprünglich von New Horizon entwickeltes MMO, das sich weniger auf traditionelle Spiele als auf Aktivitäten konzentrierte, an denen die Benutzer gemeinsam teilnehmen konnten. Seine cartoonähnliche Optik und das schlichte Design machten es bei jungen und alten Fans gleichermaßen beliebt. Auf seinem Höhepunkt verzeichnete das Spiel mehr als 400 Millionen registrierte Konten von Benutzern aus der ganzen Welt. Die Muttergesellschaft Disney zog schließlich im März 2017 den Stecker. Zu diesem Anlass versammelten sich viele, um diesem Spiel, das viele schon seit ihrer Kindheit gespielt hatten, den letzten Respekt zu erweisen. Das Ende war wenig pompös, denn den Benutzern wurde lediglich ein Popup mit folgendem Inhalt angezeigt:

„The connection has been lost. Thank you for playing Club Penguin. Waddle on!“ Auf diese kalte und klinische Art über einen endgültigen „Verbindungsverlust“ zu informieren, gab der Community einen schmerzhaften Stich. Das folgende Video zeigt einige der kraftvollen, emotionalen Botschaften, die die Community in den letzten Momenten des Spiels übermittelt hat. Hoffentlich konnten die Nutzer etwas Trost bei dem vorläufigen geistigen Nachfolger des Spiels finden: Club Penguin Island. (UPDATE: Club Penguin Island wurde ebenfalls heruntergefahren... RIP.)

Die emotionalen letzten Momente von Club Penguin können Sie noch einmal hier verfolgen.

Warhammer Online holt zum letzten Schlag aus

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Manchmal erweisen sich auch rechtliche Probleme als Pfeil durch das Herz eines MMO. Und trotz einer robusten Fangemeinde, eines engagierten Entwicklungsteams und eines reichhaltigen Franchise-Angebots können solche Pfeile dann tödlich sein. Genau das geschah mit Warhammer Online: Age Of Reckoning.

Der traurigste Teil des Endes von Warhammers Online-Community war die Tatsache, dass das Spiel wirklich gut war. Es erhielt von allen Seiten starke Bewertungen und die treue Fangemeinde schien eher zu wachsen als zu schrumpfen. Das folgende Video zeigt eine Versammlung von Gamern, die auf das Ende warten. Sie schicken Botschaften des Dankes und der Positivität für die gesammelten Erfahrungen und die Verbindungen, die sie niemals vergessen werden. Die Entwickler hatten immerhin ein gewisses Maß an Mitgefühl mit der Community:

„Shutting down now, thanks for all the WAAAAAGHS!“

Diese Meldung wurde auf dem Bildschirm angezeigt und blieb so lange erhalten, bis der Server des Spiels endgültig ausgeschaltet wurde. Wahrscheinlich begegnet man vielen ehemaligen Warhammer-Spielern jetzt beim Überfall auf die Dungeons von Azeroth, wo sie hoffen, einen Teil der an diesem Tag verlorenen Magie zurückzugewinnen.

Die emotionalen letzten Momente von Warhammer Online können Sie noch einmal hier verfolgen.

The Matrix Online zieht den Stecker

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Ähnlich wie der beliebte Kinofilm mit dem gleichen Namen bot „The Matrix“ ein digitales Reich, in dem Benutzer ihrem Alltag entfliehen und die Person verkörpern konnten, die sie wirklich sein wollten. Und solange diese Person eine randlose Sonnenbrille und einen bodenlangen Trenchcoat aus synthetischem Leder trug, war das auch kein Problem. In den letzten Momenten des Spiels wird klar, dass die Entwickler selbst das Gefühl hatten, es sei das Ende von etwas Besonderem. In dem Moment, in dem die Spieler endgültig von dem Spiel getrennt wurden, gab es einen dramatischen Blitzschlag, der für die In-Game-Avatare einen schmerzhaften Tod zu bedeuten schien. Dies und das äußerst verstörende „digitale Schreien“, das in den letzten Momenten des Spiels zu hören war, dämpfte den Verlust am Ende etwas ab.

Die emotionalen letzten Momente von Matrix Online können Sie noch einmal hier verfolgen.

Wenn ein MMO gezwungen ist, aus dem Leben zu gehen – aus welchem Grund auch immer –, wird es immer Verluste geben. In der Geschichte des Internets wurde noch kein MMO deshalb geschlossen, „weil sich heute noch keine Spieler angemeldet haben“ – denn selbst das älteste und schäbigste Onlinespiel hat eine engagierte Fangemeinde, wenn auch eine sehr kleine.

Diese Menschen haben per Definition starke Gefühle für das MMO und die Welt, die es für sie geschaffen hat. Man wird nicht einer der letzten fünftausend User, die sich einloggen, wenn das Spiel einem nichts bedeutet. Der Schmerz eines Verlusts erinnert uns daran, wie viel das Verlorene uns bedeutet hat. Und Tausende von Spielern, die erleben mussten, wie ihnen die Welt unter den Füßen mit nur einem Tastendruck weggezogen wurde, haben damit sehr viel verloren.

Aber es ist nicht alles Schicksal. Die in diesen digitalen Bereichen geschaffenen Gemeinschaften leben weiter. Irgendwo zwischen Subreddits, Foren und Fortsetzungsspielen überleben und bestehen die Konversation und die Gemeinschaft, die diese digitalen Artefakte umgeben, fort. Solange es noch Menschen gibt, die liebevoll lächeln, wenn sie an ihre Zeit auf den Eisbergen des Club Penguin denken, werden diese Online-Welten niemals wirklich verschwunden sein.




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